Konstruktives Zukunftsforum

Rund 80 Vereinsvertreter kamen in das Clubheim des ETB Schwarz-Weiß.

Der Tennis-Bezirk 5 Essen/Bottrop lud am vergangenen Samstag (27.01.) erstmalig zu einer großangelegten Gesprächsrunde mit den Vereinsvertretern. Im Clubheim des ETB Schwarz-Weiß ging es um die Zukunftsperspektiven für den Tennis-Bezirk 5 und seine Vereine. Der Bezirksvorsitzende Roland Berger konnte neben den rund 80 Vereinsvertretern auch vier hochkarätige Referenten begrüßen. Wolfgang Rohrberg, Geschäftsführer des Essener Sportbundes (ESPO), TVN-Präsident Dietloff von Arnim, Breitensportreferenz Michael Gielen und Carsten Lemke, Vize-Präsident des Verbandes Deutscher Tennislehrer (VDT) äußerten sich zu den künftigen Herausforderungen für die Vereine.

In seiner Begrüßung nannte zunächst Roland Berger drei wesentliche Determinanten, die für die Zukunft des Tennissports maßgeblich seien. Neben den Themen „Ehrenamt“ („Es fehlt uns an Anerkennung für das Ehrenamt, denn ohne das Ehrenamt wäre die Existenz der Vereine nicht möglich. Wir brauchen aber gleichzeitig auch Lösungen, in denen das Hauptamt gewisse Bereiche abdeckt.“) und „Verein“ („Jeder Verein muss sich die Frage stellen, welche Chancen er noch hat. Es gilt nicht länger den Mangel zu verwalten, sondern Kräfte zu bündeln.“) warf der Bezirksvorsitzende auch Fragen zu den aktuellen „Strukturen“ („Sind unsere Strukturen im Bezirk noch zeitgemäß? Brauchen wir einen 1. Vorsitzenden?“) auf.

„Der Sport ist noch immer die größte Interessensgemeinschaft in Deutschland.“

Wolfgang Rohrberg hob in seinem Vortrag zunächst die besondere Bedeutung des Sports für die Gesellschaft hervor: „Der Sport ist noch immer die größte Interessensgemeinschaft in Deutschland, es wäre aber fatal sich zurückzulehnen.“ Dennoch müsse sich auch der Sport den veränderten Rahmenbedingungen und dem Mitgliederschwund widmen und bereit sein vier bis fünf Jahre nach Vorne zu schauen. Mit Blick auf das Thema Fusionen und Kooperationen gab Rohrberg zu verstehen: „Wenn man eine Sportstätte nicht aktiv aufgibt, lässt sich das Ende irgendwann nicht mehr selbst gestalten. Wichtig ist die Kommunikation in und unter den Vereinen. Jetzt haben wir noch die Zeit, um die Zukunft aktiv zu gestalten und selbstbewusst nach vorne zu blicken.“

Dietloff von Arnim kündigt Strukturreform an

Dietloff von Arnim gab für den Tennis-Verband Niederrhein eine optimistische Prognose ab. Der Mitgliederschwund sei nahezu gestoppt und der Verband mitsamt des TVN Tennis-Zentrums an der Essener Hafenstraße seien gesund. Nun werde sich der Verband intensiv den künftigen Aufgaben stellen. „Dabei sehen wir uns als Dienstleister für die Vereine. Wir wollen als Vorstand das tun, was sie uns ins Pflichtenheft schreiben“, forderte von Arnim die Vereinsvertreter auf, sich aktiv einzubringen. Auf der Mitgliederversammlung im April sollen dann auch die Ergebnisse einer Strukturkommission vorgestellt werden. „Wir wollen effizienter werden, an die Zukunft denken und müssen das Ehrenamt entlasten.“

„Wir wollen als Vorstand das tun, was sie uns ins Pflichtenheft schreiben.“

Michael Gielen informierte über das Service-Angebot des TVN.

Einen Einblick in das bereits vorhandene Serviceportfolio des TVN gab anschließend Breitensportreferent Michael Gielen. Seit dem vergangenen Jahr existiert im Bereich der Vereinsberatung eine Kooperation mit dem Landessportbund, der mittlerweile in seinen Beraterstab auch drei ausgewiesene Tennisexperten aufgenommen hat. Darüber hinaus stellte Gielen das vielfältige Seminarangebot vor und rührte noch einmal die Werbetrommel für „Deutschland spielt Tennis“, die bundesweite Saisoneröffnung im Zeitraum vom 21. April bis zum 13. Mai. „Kommt aus euren Rechtecken heraus, ladet die Menschen auf eure Anlagen ein und nehmt an der Aktion teil.“

„Es reicht nicht mehr, darauf zu warten, dass die Tennisspieler zu uns kommen.“

In seiner Funktion als Vizepräsident des Verbandes Deutscher Tennislehrer richtete dann Carsten Lemke noch einige Gedankenanstöße an das Plenum, wie auch die Tennistrainer in Zusammenarbeit mit den Vereinen ihren Beitrag zur Zukunftsgestaltung leisten können. „Wir brauchen künftig ein Freizeit-Erlebnis beim Tennis. Es reicht nicht mehr, darauf zu warten, dass die Tennisspieler zu uns kommen. Wo und wann findet in ihrem Club eigentlich ein Anfängerkurs statt?“ Zugleicht mahnte Lemke auch, dass die Zusammenarbeit zwischen Trainern und Vereinen nicht mehr so gut wie früher funktioniere und gerade die Integration von Neumitgliedern vernachlässigt werde. „Wir sind in vielerlei Hinsicht zu verkrustet, tun viel für immer mehr Mannschaften, aber zu wenig für denjenigen, der einfach nur mal Tennis spielen will.“

In der abschließenden Diskussionsrunde im Plenum ernteten die Verantwortlichen wie die Referenten ein durchweg positives Feedback und bekamen gleichzeitig einen Auftrag von den Vereinsvertretern. Um sich den Zukunftsfragen aktiv zu stellen und intensiver auf individuelle und lokale Besonderheiten einzugehen, sollen auf Initiative des Bezirks weitere Gesprächsrunden als „Stadtteilkonferenzen“ folgen. „Ich bin bereit für Veränderungen und freue mich auf diese Aufgabe“, schloss Berger die gelungene Veranstaltungspremiere ab.

Text: Henning Wiegert / Fotos: Dieter Meier

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