Vereinsvertreter stärken dem Vorstand den Rücken

Das Vereinsheim des ETB war einmal mehr gut gefüllt.

Der Vorstand des Tennis-Bezirk 5 Essen/Bottrop lud am 19. März zur Jahreshauptversammlung in das Vereinsheim des ETB Schwarz-Weiß. Neben zahlreichen Vertretern aus den Vereinen konnte der Vorsitzende Roland Berger auch Dietloff von Arnim (Präsident des Tennis-Verband Niederrhein), Sabine Schmitz (2. Vorsitzende des Tennis-Verbands Niederrhein) und Wolfgang Rohrberg (Geschäftsführer des Essener Sportbundes) bei der Versammlung begrüßen.

Schnell abgehakt waren an diesem Abend die Formalitäten. Bezirkssportwartin Barbara Block erhielt den gewohnt donnernden Applaus für ihr vielfältiges Engagement rund um die Medenspiele, die Winterhallenrunde und die Bezirksmeisterschaften – und von Roland Berger selbstverständlich auch einen Blumenstrauß sowie eine gute Flasche Rotwein. Geehrt wurden auch die Bezirks-Mannschaftsmeister der Sommersaison 2018.

Einstimmigkeit herrschte beim Plenum mit Blick auf die Entlastung des Vorstandes hinsichtlich der Kassenlage. Kassierer Peter Horst wurde einmal mehr eine vorbildliche Arbeit bescheinigt. Obendrein gab es ein Bonbon des Vorstandes für die Vereine: In 2019 wird wie bereits angekündigt kein Bezirksbeitrag eingezogen. Auch das erntete von Seiten der Vereinsvertreter selbstredend einen großen Zuspruch.

Auflösung des e.V. wird weiter verfolgt werden

Wichtigster Tagesordnungspunkt war der Meinungsaustausch zum Vorstands-Vorschlag, einer Auflösung des Tennis-Bezirks als eingetragener Verein (e.V.). Hier betonte Roland Berger nochmals, dass es nicht um eine Veränderung der sportlichen Strukturen hinsichtlich der Medenspiele gehe, sondern einzig und allein um eine Verschlankung der Strukturen. „Für uns tut sich hier in meinen Augen eine große Chance auf. Wir brauchen einfach eine Bewegung im Denken und eine Bewegung in den Strukturen“, betonte Berger. Die Idee des Vorstandes sieht eine Auflösung der formalen Strukturen vor und eine Angliederung der Vereine als Fachschaften an den Essener bzw. den Bottroper Sportbund. Ein Modell, dass in dieser Form in Bottrop bereits praktiziert wird. Dietloff von Arnim lobte den Bezirksvorsitzenden für seinen innovativen Ansatz: „Ich kann hier nur meine Bewunderung für diesen mutigen Schritt aussprechen.“

Das sahen auch die Vereinsvertreter so, die dem Vorstand mit einem einstimmigen Votum den Rücken stärkten und ihm auftrugen, den eingeschlagenen Weg weiter zu verfolgen. „Ich bin dankbar für dieses klare Meinungsbild und sehe es als meine Aufgabe an, die weiteren Schritte gründlich vorzubereiten“, sagte Berger, der mit Blick auf einen Zeitrahmen eine außerordentliche Mitgliederversammlung zum Ende des Jahres für möglich hält. Zuvor gelte es aber die weiteren Schritte in einem engen Austausch im Vorstand sowie mit dem Verband, den Sportbünden und den Vereinen abzustimmen.

Was mit dem Vermögen des Bezirks-Verbandes im Falle einer Auflösung passiert, darüber hatten die Vereinsvertreter bereits zuvor abgestimmt und den Vorschlag einer Satzungsänderung befürwortet. Demnach fällt das Vermögen bei einer Auflösung künftig an den Tennis-Verband Niederrhein und nicht an den Landessportbund.

Neue Ausrichtung der Jugendarbeit

Neuigkeiten gab es zudem hinsichtlich der Jugendarbeit. Dem klassischen Bezirkstraining wird ab der Sommersaison eine schöpferische Pause gegönnt. Stattdessen wird Bezirkstrainer Carsten Lemke direkter auf die Vereine zugehen, um vor Ort bei der Jugendarbeit zu unterstützen. „Wir wollen hier einen Service für die Vereine bieten“, betonte Lemke, der vor allem einen Fokus auf das Jüngstentennis legen will und dezentral das Turnierangebot ausweiten möchte, um den jüngsten Nachwuchs zu einem Austausch zu bewegen. Bei einem Zusammentreffen mit den Jugendwarten aus den Vereinen soll das Konzept in den kommenden Wochen weiterentwickelt werden.

Landesprogramm über 300 Millionen

Gute Nachrichten hatte Wolfgang Rohrberg vom ESPO noch für die Vereine parat. Er informierte über das 300 Millionen Euro umfassende Programm der Landesregierung zur Modernisierung und Sanierung von Sportstätten. Ein Programm, das sich auf Vereine mit eigenen Sportanlagen beziehen soll und dazu gehören auch die Tennisvereine. Rohrberg schätzt, dass auf diesem Weg alleine nach Essen zwischen 6 und 8 Millionen Euro fließen könnten, wobei für Investitionsmaßnahmen ein Zuschuss von 50 bis 80 Prozent möglich sein könne. Mit konkreteren Informationen von Seiten der Staatskanzlei zum Antragsverfahren und den exakten Modalitäten sei im Laufe des Jahres zu rechnen.

Zum Abschluss der Veranstaltung blieb es Roland Berger nach rund zwei Stunden mit vielen lebendigen Beiträgen nur noch, sich bei den vielen engagierten Vereinsvertretern zu bedanken und ihnen eine sportliche und gesunde Sommersaison zu wünschen.

Text: Henning Wiegert

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