MV: Wiedergewählter Vorstand wird neue Schritte gehen

Mitgliederversammlung des TVN Bezirks 5 Essen/Bottrop gibt Überlegungen zu Strukturveränderungen grünes Licht

Der wiedergewählte Vorstand des TVN Bezirks 5 Essen/Bottrop präsentiert während der Mitgliederversammlung Überlegungen zu grundlegenden Strukturveränderungen: Sportwartin Barbara Block-Schulte, Kassenwart Peter Junker, 1. Vorsitzender Andreas Huber, 2. Vorsitzender Werner Hüsken und Jugendwartin Lena Aalbers. Foto: Pressewart Christian Hess

„Es könnte vielleicht auch einen kleinen Dominoeffekt geben“, hofft der Erste Vorsitzende des Tennisbezirks 5 Essen/Bottrop, Andreas Huber, zum Abschluss der diesjährigen Mitgliederversammlung, „aber auf jeden Fall sehe ich, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“
Der richtige Weg bedeutet in diesem Fall die Bestrebung, den Bezirk als „eingetragenen Verein“ aufzulösen und in professionellere Strukturen einzubetten – doch der Reihe nach.

Angesichts der wegweisenden Tagesordnungspunkte finden sich nur wenige Vereinsvorstände aus Essen (13%) und eher Bottrop (50%) am Montagabend im Tenniszentrum Essen ein, bestärken damit aber auch den Vorsitzenden, den von ihm thematisierten Handlungsbedarf richtig eingeschätzt zu haben. In Anwesenheit der eingeladenen Gäste Sabine Schmitz (TVN-Präsidentin) und Bastian Grieger (TVN-Geschäftsführer) ist der entsprechende Tagesordnungspunkt einer der letzten, hat aber die weitreichendsten Folgen.

Strukturveränderungen zur Professionalisierung

Der TVN ist neben dem Tennisverband Rheinland-Pfalz (gesetzlich gebunden) der einzige der 17 DTB-Landesverbände, dessen Bezirke noch eigenständig arbeiten. Frühere Mitgliederzahlen und Organisationspflichten hatten seinerzeit die unmittelbare Nähe zwischen Landesverband/Bezirken und Vereinen notwendig gemacht. Seit Einführung der online-Plattform nu.liga haben sich allerdings Kommunikationsmöglichkeiten und Arbeitsaufteilung innerhalb der Verbände grundlegend gewandelt. Zudem fordert professionelle Konkurrenz, wie kommerzielle Anbieter im Bereich Padel und Pickleball, die traditionell ehrenamtlich geführten Tennisvereine heraus. „Die Zeiten haben sich geändert“, beschreibt Andreas Huber die aktuelle Situation, „und die Belastung des Ehrenamts zum Beispiel, oder auch mangelnde emotionale Bindung zu Bezirken bzw. Verbänden und die komplett veränderten Rahmenbedingungen machen eine Verschlankung und zugleich Professionalisierung im Grunde erforderlich.“

Synergien nutzen

Im Bereich der Buchhaltung ist diese Professionalisierung im Bezirk 5 Essen/Bottrop bereits im vergangenen Jahr erfolgt. Da die hauptamtliche Geschäftsführung des TVN im Tenniszentrum Essen arbeitet, sind bereits bestehende Strukturen genutzt und damit doppelte Arbeit vermieden worden – sehr zur Entlastung des Kassenwarts Peter Junker.
Nun könnten auch weitere Synergien genutzt werden, um etwa Jugendförderung zu straffen, Arbeitsabläufe zu beschleunigen und schnellere Entscheidungen zu treffen, was wiederum nur durch Strukturveränderungen möglich wäre – also der Auflösung des Bezirks als Verein.
Für die einzelnen Tennisvereine würde sich dadurch nichts ändern, da die sportliche Funktionsstruktur des Bezirks 5 Essen/Bottrop davon ausnahmslos unangetastet bliebe. Im Gegenteil: Da die Finanzierung des Bezirks als bisherigem „e.V.“ zu 85% Prozent aus dem TVN, also dem Verband stammt, könnten die Vereine sogar finanziell durch den Wegfall der Beiträge profitieren.

Das aufmerksame Plenum der anwesenden Vereinsvorstände gibt dem Vorstand in Anwesenheit der geladenen Gäste grünes Licht für Überlegungen zu Strukturveränderungen.

„Ich will dazu einfach mal ein Stimmungsbild von Euch haben“, wendet sich Andreas Huber an die anwesenden Vorstände. Definitive Beschlüsse können aus satzungstechnischen Gründen an diesem Tag noch nicht getroffen werden, aber die Abstimmung zur Stimmung ist letztlich eindeutig und auch einstimmig: Ja zur Überlegung, den Bezirk als Verein aufzulösen.

Vorstand entlastet und im Amt bestätigt

Der Vorstand, der zudem im turnusmäßigen Rhythmus zur Wahl stand und nicht nur auf Empfehlung der Kassenprüfer einstimmig entlastet, sondern vom Plenum auch in allen bestehenden Ämtern komplett bestätigt worden ist, kann nun das Konzept für eine Auflösung des „e.V.“ weiter in enger Zusammenarbeit mit TVN-Geschäftsführer Bastian Grieger erarbeiten und entprechende Maßnahmen einleiten.

Zuvor hatten zudem Sportwartin Barbara Block-Schulte und Jugendwartin Lena Aalbers einen Überblick über die abgelaufenen und auch anstehenden Wettbewerbe wie Medenspiele, Mixed-Runde und Pokal gegeben und dabei vor allem auf die jeweiligen Bezirksmeisterschaften 2026 (Erwachsene 18.-26. April, Jugendliche 6.-12. Juli / beide im TZE) hingewiesen. Planungsaspekte zur nächsten Winterhallenrunde (Hallenmangel, Meldefristen) werden dabei ebenfalls genauso thematisiert wie die ausgedehnte Hobbyliga, die ihre Saison bereits Ende April mit einem Vorbereitungsturnier beginnen wird (siehe Hobbyliga).

Positiv wird auch die vollzogene Trennung zwischen sportlichen und organisatorischen Belangen im Jugendbereich bilanziert, in der Patrick Honneth den sportlichen und Lena Aalbers den organisatorischen Teil erfolgreich verantwortet.
Ebenfalls transparent und klar nachvollziehbar präsentiert Kassenwart Peter Junker die Zahlen für 2025, deren operative Umsetzung bereits im Rahmen der TVN-Geschäftsstellenstruktur erfolgt ist, nachdem der Zweite Vorsitzende Werner Hüsken das Jubiläum sowie die außergewöhnliche Stellung der Tennisfachschaft Bottrop (siehe Bericht vom 02.03.2026) auch den Essener Vorständen nahegebracht hatte.

Andreas Huber, der im Fall der Neustrukturierung sein Amt allerdings aufgeben müsste, blickt nach Abschluss der Mitgliederversammlung zuversichtlich in die Zukunft: „Das Ziel müsste es doch sein, langfristig eine grundsätzliche Reform des überholten Systems von Bezirken und Kreisen anzstreben. Vielleicht lassen sich die anderen TVN-Bezirke ja auch überzeugen, in diese Richtung gehen“.

Ein erwünschter Dominoeffekt, der dem Wohl der Tennisspielenden mehr nutzen könnte, als eine etwaige Pfründesicherung potenzieller Bezirksfürsten.

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